Was bedeutet „punchen“ beim Piercen? Aufklärung

Was bedeutet

Das Wort „Punchen“ bezeichnet das Ausstanzen eines runden Lochs beim Piercen. Hierzu wird eine Biopsie-Nadel verwendet. Im Gegensatz zu den anderen Piercingnadeln ist das Ende der Nadel gerade und leicht angeschrägt. Sie Nadelspitze schneidet sich nicht schonend wie möglich ins Fleisch, sondern stanzt ein Stück des Gewebes heraus. Diese Maßnahme ist vor allem bei Piercings oder Tunneln in Knorpelgewebe sinnvoll. Das Gewebe wird nicht verdrängt und vom Körper um- oder abgebaut. Die Wundränder können so schneller und besser abheilen. Nachteil ist, dass das Gewebe komplett entfernt wird.

Bei größeren Löchern können diese später nicht wieder schrumpfen oder zusammenwachsen. Ein weiterer Vorteil ist, dass der oftmals auftretende „Druckschmerz den viele beim Dehnen oder Stechen empfinden, komplett wegfällt. Generell können Löcher bis zu einem Durchmesser von 12 mm gepuncht werden. Wer einen Tunnel oder Plug tragen möchte, kann so auf monatelanges Dehnen verzichten und ist wesentlich schneller am Ziel. Ideale Stellen fürs Punchen sind der Ohrknorpel, Ohrläppchen, Nasenflügel und Nasenscheidewand.

Was genau wird beim Punchen gemacht?

Wer sich beim Piercen fürs Punchen entscheidet, kann mit verschiedenen Methoden rechnen. Bei den meisten Piercings wird jedoch dieselbe Prozedur wie beim „herkömmlichen“ Piercen angewandt. Nur die Nadel macht den Unterschied. Mit dieser wird ein Loch in die entsprechende Körperstelle gestochen. Anschließend wird direkt der Schmuck (er kann etwas kleiner oder gleichgroß wie das Loch sein) eingesetzt. Das Loch kann aber auch eine Zeit lang offengelassen werden, bevor der Schmuck eingesetzt wird.

Die letzte Methode ist das Ausstanzen eines Lochs und das direkte anschließende Dehnen auf eine größere Größe. Die Methoden unterscheiden sich je nach Wunsch und Endergebnis. Jedes Studio arbeitet mit unterschiedlichen Lieblingsmethoden, der Vorteil ist jedoch immer derselbe. Das Ausstechen minimiert die Blutungsgefahr und die Gefahr eines Einreißens bei größeren Löchern. Der Druckschmerz wird verringert oder entfällt zur Gänze. Die beiden erstgenannten Varianten sollen die Heilzeit des entstehenden Loches abkürzen.

Abheilung und Zuwachsen von gepunchten Piercings

Wer sich durch die Weiten des Internets klickt, wird unweigerlich auf Geschichten von 4 Wochen Abheilungszeit stoßen. Diese Geschichten gehören jedoch auch in die Märchenwelt. Jedes Piercing ist eine Wunde, die dem Körper zugefügt wird und hat ihre eigenen und auch individuellen Abheilungszeiten. Generell brauchen gepunchte Verzierungen ein paar Wochen weniger als gestochene Piercings, Tunnels oder Co. Dennoch sind sie nicht so kurz wie angegeben.

Vor allem beim Knorpel kann die Heilungsphase dennoch mehrere Wochen oder Monate dauern. Man sollte sich vom Piercer des Vertrauens beraten lassen. Er oder sie weiß genau, welche Stelle im Schnitt wie lange zum Abheilen benötigt. Wer sich den Knorpel hat stanzen lassen, muss nicht damit rechnen, dass dieser wieder nachwachsen wird, wenn man den Schmuck nicht mehr trägt. Dennoch kann sich eine Hautschicht über das Loch bilden, welche dieses zumindest optisch wieder verschließt. Je kleiner das Loch, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass sich Haut über dem ausgestanzten Bereich bildet.

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