Sarkastisch & sardonisch – was ist der Unterschied? Aufklärung

Sarkastisch & sardonisch - was ist der Unterschied

Sarkasmus ist Hohn und Spott. Zuweilen sogar bitter beißend wird Sarkasmus gern auch in der Satire angewendet. Im Rahmen von Gesellschaftskritik lässt sich mit Sarkasmus die Polemik gut anreichern und würzen. Übersetzt bedeutet das latinisierte griechische Substantiv in etwa „Zerfleischung“. Bereits Cicero und Demosthenes bedienten sich eifrig dieses Sprach-Elements. Zu den folgenden Begriffen sollten aber Abgrenzungen vorgenommen werden:

Spott

Meistens fällt der Spott eindeutiger und offener aus, da Sarkasmus viel subtiler und nicht selten doppeldeutig verwendet wird. In einer Diktatur zum Beispiel kommt der Kritiker gar nicht darum herum, seine Äußerungen sarkastisch zu verpacken, will er eine juristische Verurteilung vermeiden.

Ironie

Sie gilt gemeinhin als nettere Variante des Sarkasmus. Doch der Schwerpunkt der Ironie liegt vielmehr in Aussagen, die eher als Gegenteil des wirklich Gemeinten ausgedrückt werden. Auch dies kann eine Schutzfunktion für den Sprecher sein, der so eben nicht auf eine bestimmte, verbotene Aussage festgenagelt werden kann.

Zynismus

Zynismus ist weniger Spott als vielmehr eine Haltung, die Moralvorstellungen und Normen zuweilen verwirft oder lächerlich macht. Er spiegelt eher den Charakter des Sprechers wider, wenngleich er gewiss von sarkastischen Bemerkungen begleitet ist.

Sardonismus

In diesem Fall ist der Spott nicht so bitter oder beißend, sondern eher grimmig und schmerzvoll. Damit einher geht oftmals ein finsteres, unheimliches Gelächter, eben das sogenannte „Sardonische Lachen“. Tatsächlich wird zwischen einem kynischen(1), sarkastischen(2) und sardonischen(3) Lachen unterschieden:
(1) Bezug nehmend auf die Weltsicht der Kyniker
(2) im Zusammenhang mit verletzendem, verhöhnendem Spott
(3) grimmiges Hohngelächter des Zornigen bei eigenem Schmerz oder Schaden

Hinsichtlich der Herkunft des Wortes ist man sich uneinig. Es heißt, dass es auf Sardinien einst die Sitte gab, alte Menschen zu töten, wobei dabei gelacht werden sollte. Die Rede ist hier vom seelenlosen „risus sardonicus“, einem krampfartigen, aufgesetzten Lachen. Auf der anderen Seite stellt sich eine Art krampfhaftes Lächeln nach dem Verzehr der bitteren Pflanze Sardnion ein, die auch als Apium risus oder Sardoa herba (Vergil) bezeichnet wird. Die Pflanze mit dem Gift Oenanthotoxin ist in Deutschland als sardinisches Lachkraut bekannt.

Bereits in Meyers Enzyklopädie von 1888 findet sich über das sardonische Lachen (sardonius risus, Sardoniasis) folgende Beschreibung:

„Krampfhaftes, mit starken, wechselnden Gesichtsverzerrungen verbundenes Gelächter ohne äußere Veranlassung. Den Ausdruck findet man bereits in Homers Odyssee, wobei es um ein auf Sardinien wachsendes Kraut geht, dessen Verzehr den Mund zu einem Lachen verformt. Im Allgemeinen wird so ein höhnisches oder aufgezwungenes Lachen bezeichnet.“

Hinter dem mythischen Kraut verbirgt sich wahrscheinlich der extrem bitter schmeckende „Röhrige Wasserfenchel“ (Oenanthe fistulosa). Albrecht von Haller äußerte schon im 18. Jahrhundert die Meinung, dass es sich hierbei wohl um die Safranrebendolde (Oenanthe crocata) handelt, die ausschließlich auf Sardinien vorkommt.

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