Keilriemen gerissen – weiterfahren? was sonst tun? Aufklärung

Keilriemen gerissen - weiterfahren

Der Keilriemen gewährleistet die elektrische Versorgung des Autos. Ist er gerissen oder beschädigt, droht eine Überhitzung des Motors oder der vollständige Ausfall des Systems. Darum sollte bei einem Defekt schnell gehandelt werden. Weiterfahren ist nur in Ausnahmefällen zu empfehlen.

Verdacht auf einen gerissenen Keilriemen abklären

Vor allem im Winter besteht ein relativ hohes Risiko, dass der Keilriemen reißt. Die niedrigen Temperaturen erhöhen den Strombedarf des Autos und damit auch die Belastung des Keilriemens. Wenn der Keilriemen in den Wintermonaten quietscht, deutet dies bereits auf einen Defekt hin. Ein Reißen des Keilriemens ist an einem lauten Knall aus dem Motorraum zu erkennen.

Ist der Keilriemen defekt, lässt sich das an der Batterieleuchte und wenig später an der Temperaturanzeige des Fahrzeugs erkennen. Die Ursachen für einen Defekt können dabei ganz unterschiedlich sein. Häufig ist der Keilriemen schlicht abgenutzt und daher gerissen. In anderen Fällen liegt ein Problem mit dem Kühlwasser vor oder der Motorraum wurde nicht ordnungsgemäß gewartet. Eine regelmäßige Wartung in der Fachwerkstatt stellt sicher, dass der Keilriemen immer in einem guten Zustand ist.

Der Keilriemen sollte sich nicht mehr als zwei bis drei Zentimeter bewegen lassen. Zudem deuten Einlaufspuren auf einen Defekt hin. Bei einem drohenden Defekt sind in der Nähe der Riemenscheiben von Gummiabrieb zu finden. Womöglich sind bereits Teile des Keilriemens herausgebrochen. Jede Form der Beschädigung sollte abgeklärt werden. Meist ist ein Wechsel des Keilriemens unumgänglich. Ein gerissener Keilriemen kann in der Regel nicht repariert werden.

Keilriemen gerissen – darf ich weiterfahren?

Mit einem gerissenen Keilriemen sollte nicht weitergefahren werden. Es gilt, das Fahrzeug stehenzulassen und den ADAC oder eine Fachwerkstatt zu kontaktieren. In der Regel lässt sich ein gerissener Keilriemen nicht reparieren und muss gewechselt werden. Die Auswechslung kostet je nach Fahrzeugmodell 10 bis 30 Euro und ist innerhalb von 30 bis 60 Minuten erledigt. Hinzukommen Werkzeugkosten in Höhe von 50 bis 100 Euro.
Wenn die nächste Werkstatt oder das Zuhause nur einige hundert Meter entfernt sind, dafür unter Umständen weitergefahren werden. Allerdings gilt es, die Motortemperatur im Blick zu behalten. Wird der Motor heiß, können beispielsweise Schäden an der Kopfdichtung auftreten, die kostspielig repariert werden müssen.

Das ist bei einem gerissenen Keilriemen zu tun – Schritt für Schritt

  1. Wenn ungewöhnliche Geräusche aus dem Motorraum auftreten, muss das Fahrzeug unverzüglich abgestellt werden. Ein Blick auf die Temperaturanzeige für den Motor verrät, ob das System bereits überhitzt ist. Um Folgeschäden zu vermeiden, sollte der Motor sofort abgestellt werden.
    Anschließend gilt es, die Motorhaube zu öffnen und anhand der Betriebsanleitung den Einbauort des Keilriemens zu ermitteln.
  2. Der Keilriemen kann Risse oder anderweitige Abnutzungserscheinungen aufweisen. Auch eine geringe Spannung beeinträchtigt den Fahrkomfort. Falls notwendig, muss nun der Abschleppdienst gerufen werden. Befindet sich das Auto zu Hause in der Garage, sollte es unverzüglich in die Fachwerkstatt gebracht werden, wo ein neuer Keilriemen eingebaut werden kann.
  3. Der Kfz-Mechatroniker prüft den Keilriemen und die anderen Bauteile im Motorraum. Wenn trotz gerissenem Keilriemen gefahren wurde, sind womöglich bereits Folgeschäden entstanden, die ebenfalls repariert werden müssen.

Das Kühlwasser kann mit einer Wasserflasche nachgefüllt werden. Außerdem sollte mit einem gerissenen Keilriemen langsam und vorsichtig gefahren werden. Notfalls kann stehengeblieben werden, bis der Motor wieder abgekühlt ist. Dies kann je nach Außentemperatur einige Minuten dauern. Die Batterie wird durch den gerissenen Keilriemen während der Fahrt nicht geladen, wodurch das Fahrzeug womöglich nicht sofort anspringt. Umso wichtiger ist es, die Batterie zu schonen.

Gerissenen Keilriemen selbst wechseln: So geht´s

Handwerklich begabte Fahrzeughalter können den Wechsel des Keilriemens selbst übernehmen. Dadurch lassen sich die Werkstattkosten einsparen und oftmals kann der Keilriemen sogar repariert werden. Wie das geht: Die zwei Befestigungsschrauben der Lichtmaschine lösen und die Lichtmaschine in Richtung schwenken, damit der Riemen abgenommen werden kann. Anschließend nur noch den neuen Keilriemen auf die drei Riemenscheiben auflegen und mithilfe der Lichtmaschine spannen. Zu beachten ist, dass der Keilriemen die richtige Größe aufweist. Der Keilriemen muss nicht unbedingt vom Originalhersteller stammen. Ersatzteile im Netz sind in der Regel schon für wenige Euro erhältlich und damit deutlich günstiger als in der Fachwerkstatt.

Noch besser ist es, einen Ersatzkeilriemen im Fahrzeug aufzubewahren. Das Ersatzteil kann bei einem Zwischenfall schnell eingebaut werden. Benötigt werden dafür lediglich zwei Ringschlüssel und etwas Erfahrung in der Fahrzeugreparatur.

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