Einkaufskalkulation Klasse 7 leicht erklärt – Beispiel, Anleitung & Tipps

Einkaufskalkulation Klasse 7 leicht erklärt

Zuerst ein paar Begriffe

Ein Unternehmen, welches Ware verkauft, muss alle Kosten berücksichtigen, um einen Gewinn aus dem Verkauf zu erhalten.
Das geschieht mit der Einkaufskalkulation. Mit ihr wird der Verkaufspreis berechnet.

Andersherum ist das nicht nur für den Lieferanten, sondern auch für Sie wichtig. Sie als Einkäufer vergleichen die Angebote (wie beim privaten Einkauf im Supermarkt), um das günstigere Produkt zu finden. Auch hierfür können Sie sich der Einkaufskalkulation bedienen.

Es ist ein einfaches Schema (Kalkulationsschema) vorgegeben, mit dem die Kosten kalkuliert werden. Anders ausgedrückt erkennt man über das Kalkulationsschema, wie hoch die einzelnen Kosten sind.
Aber auch Nachlässe, wie Rabatt oder Skonto, werden in dem Kalkulationsschema berücksichtigt. So können Sie den Bezugspreis berechnen. Der Preis, für den Sie die Ware (oder Dienstleistung) bekommen.

Der Listeneinkaufspreis (LEP)

Stellen Sie sich vor, der Lieferant hat einen Katalog seiner Ware zusammengestellt. Jeder Kaufinteressent kann darin blättern und sieht die Ware mit einem Preis. Doch nicht jeder bestellt die gleiche Menge an Ware. Und nicht jeder bezahlt direkt bei oder nach der Lieferung. Manche Firmen bezahlen ihre Käufe alle zusammen einmal im Monat. Doch wer direkt bezahlt, kann vielleicht einen Skonto erhalten. Deswegen gibt es den Listeneinkaufspreis (LEP). Dieser Preis gilt für alle. Wenn jetzt jemand 1000 Stück von einem Artikel bestellt und diesen direkt nach der Lieferung bezahlt, hat er wahrscheinlich einen günstigeren Stückpreis, als jemand, der nur 20 Stück bestellt und diese erst nach 20 Tagen bezahlt.

Kalkulationsschema

Listeneinkaufspreis
– Lieferantenrabatt
= Zieleinkaufspreis
– Lieferantenskonto
= Bareinkaufspreis
+ Bezugskosten
= Bezugspreis (Einstandspreis)

Sollte der Händler keinen Rabatt gewähren, bleibt dieser Wert natürlich 0.

Der erste (oberste) Wert in dem Schema ist der Listeneinkaufspreis (LEP). Wenn Sie von oben nach unten rechnen, ist der Listeneinkaufspreis (LEP) bekannt und der Bezugspreis soll ermittelt werden. Dies nennt man die Vorwärtskalkulation.

Ist Ihnen der Bezugspreis bekannt und Sie möchten den Listeneinkaufspreis (LEP) berechnen, dann rechnen Sie von unten nach oben. Das ist die Rückwärtskalkulation.

Listeneinkaufspreis 100 %
– Lieferantenrabatt z. B. 12 %
= Zieleinkaufspreis 88 % 100 %
– Lieferantenskonto z. B. 5 %
= Bareinkaufspreis 83 %
+ Bezugskosten z. B. 8,50 € (z. B. Express Aufschlag)
= Bezugspreis (Einstandspreis)

Warum ist in diesem Beispiel der Zieleinkaufspreis (ZEK) 88 % und gleichzeitig 100 %?

Ganz einfach. Der LEP ist 100 %. Der Lieferant gewährt in diesem Fall einen Rabatt (z. B. Mengenrabatt) von 12 %. 100 – 12 = 88
Der Lieferant gibt Ihnen allerdings einen zusätzlichen Nachlass in Form von 5 % Skonto vom ZEK. Daher ist bei dem nächsten Schritt der ZEK 100 %.

Beispielrechnung

Listeneinkaufspreis 90,00 € 100 %
– Lieferantenrabatt 10,80 € z. B. 12 %
= Zieleinkaufspreis 79,20 € 88 % 100 %
– Lieferantenskonto 3,96 € z. B. 5 %
= Bareinkaufspreis 75,24 € 83 %
+ Bezugskosten 8,50 € z. B. 8,50 €
= Bezugspreis (Einstandspreis) 83,74 €

Der Bezugspreis beträgt in dieser Beispielrechnung 83,74 €. Das ist der Wert, den der Lieferant Ihnen in Rechnung stellt. Der Preis, den Sie dem Lieferanten für die Lieferung der Ware abzüglich der Nachlässe und inklusive der Bezugskosten bezahlen müssen.

Hat dir der Beitrag gefallen?

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here