Der oder die Woddi? – Wodka Artikel – Aufklärung & Beispiele

Der oder die Woddi

Wer Udo Lindenbergs Songtext „Woddy Woddy Wodka“ vom Album „Stark wie zwei“ kennt, weiß sofort, woher der Begriff „Woddy“ stammt. Lindenberg besingt in dem Song einen Mann, der dem Wodka verfallen ist und sich die ihm unerträglich gewordene Welt schön trinkt.

Die erste Refrain-Zeile lautet: „Woddy Woddy Wodka war sein Treibstoff…“. Bei Udo Lindenberg wird zunächst der Wodka selbst mit „Woddy“ bezeichnet. Demnach wäre laut Duden-Regel für „Wodka“ der männliche Artikel „der Woddy“ der richtige. In der weiteren Abfolge des Songtextes bezeichnet Lindenberg aber auch den Trinker selbst mit dem Namen „Woddy Woddy Wodka“. Die entsprechende Refrai-Zeile lautet „Woddy Woddy Wodka war sein Name… “

Da es sich hier um eine männliche Person handelt, würde auch hier der männliche Artikel passen. Ausschlaggebend für die Wahl des Artikels ist das „Geschlecht“ des Objekts, mit dem er verbunden wird. Mit dem Begriff „Woddi“ ist offensichtlich dasselbe gemeint wie mit „Woddy“, auch wenn eine andere Schreibweise gewählt wurde.

Die Zuordnung von Artikel zu einem männlichen, weiblichen oder sächlichen Artikel ist dem Duden gemäß am besten auswendig zu lernen. Sie folgt einer eigenen Logik. Demnach ist „das Mädchen“ ein einzelnes Mädchen. Warum hier der sächliche Artikel verwendet wird, obwohl Mädchen zweifellos weiblichen Geschlechts sind, bleibt ein Geheimnis. „Die Mädchen“ beschreibt aber mindestens zwei weibliche Personen im kindlichen oder jugendlichen Alter.

Wie nun: Der oder die Woddi?

Fans von Udo Lindenberg haben offensichtlich auch die Flasche Wodka mit dem Begriff „Woddi“ belegt – vielleicht, weil das harmloser, liebevoller und netter klingt als Wodkaflasche. Immerhin wird der Genuss harter Getränke unter Jugendlichen von den Erwachsenen sanktioniert und als gefährlich angesehen.

Ist die Rede von einer Flasche Wodka, muss der vorangesetzte Artikel natürlich weiblich sein – also „die Woddi“. Exakter wäre aber die Bezeichnung als „die Woddi-Flasche“, weil Udo Lindenberg ja das Getränk selbst mit „Woddy“ bezeichnet hatte. Wenn nun angeblich verwirrte Fans in einem Online-Forum die Frage stellen, ob es der oder die Woddi heißt, haben sie selbst diese überflüssige Fragestellung erzeugt, indem sie den Begriff von Udo Lindenberg in ihre Alltagssprache übernommen haben.

An sich ist die Frage leicht zu beantworten. Die Frage nach dem korrekten Artikel zu „Woddi“ wäre auch gar nicht erst entstanden, wenn jeder die gebräuchlichen Bezeichnungen „Wodka“ und „Wodkaflasche“ benutzen würde.

Die Wahl des korrekten Artikels

Jeder halbwegs gut Deutsch sprechende Mensch wüsste, dass es „der Wodka“ und „die Wodkaflasche heißt. Im Prinzip ändert sich das auch nicht, wenn stattdessen jeweils das Lindenberg-Kürzel „Woddi“ eingesetzt wird. „Der Woddi“ und „die Woddi“ könnten kaum einem Objekt zugeordnet werden, das ein anderes Geschlecht hätte. Die Grammatik ist bezüglich des Geschlechts von Worten relativ eindeutig.

Liest man in der Wikipedia-Verballhornung Stupidedia„Stupidedia“ den Artikel über „Wodka“ nach, findet man auch dort den Begriff „Woddi“ als angeblich eingeführtes Synonym für Wodka genannt. Das ist natürlich ebenso unsinnig und kaum ernst zu nehmen, wie die Frage nach dem richtigen Artikel.

Die sehr eigene Sprache von Udo Lindenberg richtet sich vor allem an junge Menschen. Diese erfinden mit jeder neuen Generation eine eigene Jugendsprache, um sich von den Konventionen, dem Sprachgebrauch und der Welt der Erwachsenen abzuheben. Ungeachtet dessen, sind aber auch solche Wortneuschöpfungen klar in die Grammatik-Regeln einzuordnen und werden entsprechend behandelt. Demnach bezeichnet „der Woddy“ den Wodka selbst oder eine männliche Person, die gerne Wodka trinkt. Für Kenner des Songtextes von Udo Lindenberg wäre dieser Bezug klar.

„Die Woddi“ könnte von Jugendlichen auch für eine Wodkaflasche benutzt werden. Man könnte beispielsweise sagen „Ey, die Woddi ist leer – hol mal eine neue.“ Theoretisch möglich wäre jedoch auch, eine weibliche Wodkatrinkerin damit zu bezeichnen. Das wäre allerdings eher ungewöhnlich. Doch es ließe sich mit Blick auf eine in der Ecke liegende Pennerin, neben der eine leere Wodkaflasche liegt, sagen „Ey, die versiffte Woddi da ist voll wie Hacke.“ Diesen Satz würden auch Outsider richtig zuordnen. Denn die Flasche, die ebenfalls der Zuordnung eines weiblichen Artikels bedürfen würde, ist erkennbar leer.

Auch unsinnige Fragen regelt die Grammatik

Auch wenn unsinnige Fragen gestellt werden, kann man sie in sinnvolle Antworten einbinden. Ob das allerdings das ist, was hier wirklich gefragt war, bleibt offen. Vielmehr ist anzunehmen, dass Jugendliche mit solchen Fragen Pseudo-Probleme aufwerfen, deren Antwort ihnen gar nicht wichtig ist.

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